Warum eine Brandschutzsoftware unerlässlich ist – Brandschutzexperte Manfred Lippe im Interview (Video)

Warum eine Brandschutzsoftware unerlässlich ist - Brandschutzexperte Manfred Lippe im Interview

Warum Sie nicht länger mit der digitalen Dokumentation warten sollten und welche Gefahren drohen, wenn weiterhin auf eine digitale Arbeitsweise verzichtet wird, erklärt Dipl.-Ing. Manfred Lippe im Interview mit KEVOX-Mitarbeiterin Tanja Hagelganz. Manfred Lippe ist als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger u. a. für das Installateur-, Heizungs- und Lüftungsbauerhandwerk der HWK Düsseldorf tätig. 2010 hat er den Aufsatz „Eine Anwendersoftware im Brandschutz einzusetzen spart Zeit, Geld und Aufwand“ veröffentlicht. Seine wichtigsten Aussagen haben wir für Sie zusammengefasst.

Jetzt Interview mit Brandschutzexperte Manfred Lippe ansehen: Warum eine Brandschutzsoftware unerlässlich ist.

Dokumente zentral bündeln

Einen großen Vorteil mit einer Software statt wie herkömmlich mit Zettel und Stift zu arbeiten sieht Dipl.-Ing. Manfred Lippe darin, dass eine saubere Verortung möglich sei. Auf dem Tablet können Brandschutzpläne hinterlegt werden, durch die bereits während der Begehung nachvollziehbar wird, an welcher Stelle, welches Produkt verwendet wird. Zugleich können in der Software wichtige Dokumente wie Verwendbarkeitsnachweise, Leistungserklärungen, Übereinstimmungserklärungen sowie Fachunternehmerbescheinigungen zentral gebündelt werden. Sämtliche Informationen stehen auch für spätere Arbeiten − seien es Umbauten, Ersatzbeschaffungen oder Reparaturen eines Bauteils − zur Verfügung. Durch die Dokumentation mit einer Software können die Brandschutzanforderungen jeder Zeit eingehalten werden.

Zeit und Geld sparen

Besonderes Augenmerk legt Manfred Lippe darauf, dass Bauherren durch das digitale Arbeiten mit einer Software Zeit und Geld sparen können, da sämtliche Informationen konzentriert auf der EDV-Oberfläche liegen und auch während der Begehung zur Verfügung stehen. Es müsse nicht erst minutenlang in Aktenbergen nach der Information oder bestimmten Dokumenten gesucht werden. Auf diese Weise können noch vor Ort wesentlich schneller Entscheidungen getroffen werden. Bevor mit der Software gearbeitet werden kann, muss in der Regel Vorarbeit geleistet werden. Dies sei jedoch oft der Grund, warum auf eine digitale Dokumentation während der Begehung verzichtet wird, so Manfred Lippe. Viele Bauherren scheuen den einmaligen Mehraufwand im Vorfeld und möchten nicht in eine Software investieren, um Kosten zu sparen. Die Ausgaben, die durch die entfallende Nacharbeit eingespart werden, werden jedoch oft außer Acht gelassen, dabei überwiegen und rechtfertigen sie den Aufwand, rechnet Lippe vor.

Informationen digital archivieren

Durch die Arbeit mit einer Software im Bereich Brandschutz ist eine rechtssichere Dokumentation möglich: Der Anwender hat stets einen Überblick über die Funktionalität der Produkte, Prüfergebnisse können direkt eingepflegt und so lückenlos dokumentiert werden. Hier erkennt Manfred Lippe einen großen Mehrwert. In der immer mehr vernetzten Welt von heute sei es unerlässlich, dass Daten, Dokumente und Informationen digital festgehalten werden, damit diese auch neuen Mitarbeitern, die scheidende Kollegen ersetzen, vollumfänglich zur Verfügung stehen.  Eine Gefahr, wenn nicht digital gearbeitet wird, sieht er darin, dass die Summe aller Informationen, die während der Bauphase oder während einer Begehung anfallen, immer größer wird. Ein einzelner Mensch könne solch komplexe Sachverhalte irgendwann nicht mehr überblicken. Es werden Hilfsmittel benötigt, um die Arbeit sicher und erfolgsorientiert gestalten zu können.

 

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  • […] Die neue Musterbauordnung 2016 mit der integrierten Verwaltungsvorschrift § 85 a bringt wichtige Änderungen im vorbeugenden Brandschutz mit sich: Es werden fortan mehrere Dokumente der Technischen Baubestimmungen inkl. der Bauregellisten zu einem Dokument zusammengefasst (= MVV TB), so zum Beispiel die Bauregelliste sowie die Listen I bis III der technische Baubestimmungen. Nach Lippes Einschätzung wird sich die Umgewöhnung, die die Zusammenlegung mit sich bringt, über einen längeren Zeitraum erstrecken, da ein komplettes Umdenken in den Köpfen der Verantwortlichen am Bau stattfinden muss. Doch sobald dies geschehen sei, würde die Dokumentation für den Anwender einfacher werden, ist sich der Experte für Gebäudetechnik und Brandschutz sicher. […]

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