Der Brandschutz gehört allgemein zu den wichtigsten Verantwortungsbereichen von Eigentümern, Arbeitgebern, Anlagenbetreibern und Facility Managern. Im Krankenhaus erreicht das Thema Brandschutz eine besondere Dimension. Mit Blick auf die potenziellen erhöhten Gefahren bei Schadensereignissen sind die Anforderungen, vor allem an den anlagentechnischen, baulichen und organisatorischen Brandschutz, nochmals höher als bei anderen Bauten. Die Sicherheit der kranken und hilfsbedürftigen Menschen in Krankenhäusern hat oberste Priorität. Aufgrund sich überlappender Verantwortlichkeiten im Krankenhausbereich müssen Maßnahmen im Brandschutz besonders effektiv dokumentiert werden. Die Grundsätze des Brandschutzes in Krankenhäusern lassen sich auch auf andere Einrichtungen übertragen, in denen Menschen mit einem Handikap gepflegt werden. Hier ist an Seniorenheime und Behinderteneinrichtungen zu denken. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr zum Thema Brandschutz im Krankenhaus und zur Dokumentation von Brandschutzmaßnahmen.

Wie häufig entstehen Brände im Krankenhaus und welche Ursachen können dafür verantwortlich sein?

Durchschnittlich kommt es pro Jahr in über 25 Krankenhäusern und über 50 Senioreneinrichtungen zu einem Brand. Anders ausgedrückt brennt es in Deutschland jede Woche einmal in einer Senioreneinrichtung und alle 14 Tage in einem Krankenhaus. Diese Zahlen zeigen, dass es sich in diesen Einrichtungen bei Feuer nicht um eine abstrakte Gefahr handelt. In den meisten Fällen sterben bei brennenden Krankenhäusern über 20 Menschen und über 200 werden verletzt.

Überwiegend entstehen Brände in den Bereichen, die den Patienten und Insassen der Heime zugewiesen sind. Über 40 % werden durch Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit ausgelöst, ein Viertel durch Brandstiftung und 20 % aller Brände in diesen Einrichtungen gehen auf technische Ursachen zurück. Brandschutz im Krankenhaus ist deshalb eine sehr herausfordernde Angelegenheit. Auf Fahrlässigkeit oder mutwillige Brandstiftung können die Betreiber von Krankenhäusern und Heimen nur begrenzt einwirken. Sicherlich lassen sich hier bestimmte Kontrollmaßnahmen verstärken, aber der Schwerpunkt des Brandschutzes liegt im Bereich der Organisation. In den Einrichtungen, in denen hilfsbedürftige Menschen mit einem Feuer konfrontiert werden, kommt es regelmäßig vor allem auf eine schnelle Evakuierung an. Dafür müssen bestimmte Verfahren und Prozesse etabliert sein, die im Brandfall sofort umgesetzt werden können. Jede Zeitverzögerung kann Menschenleben gefährden.

Wie werden die Brandschutzmaßnahmen eingeteilt und was sind deren Inhalte?

Die Maßnahmen des Brandschutzes lassen sich allgemein in verschiedene Segmente einteilen.

Brandschutz in Gebäuden, wie in einem Krankenhaus, ist zu einem großen Teil vorbeugender Brandschutz. Dabei geht es darum, entsprechende Vorrichtungen und Anlagen zu schaffen, die dabei helfen, Brände zu verhindern oder bereits im Keim zu ersticken.

Wie wir bereits gesehen haben, lassen sich gerade im Krankenhaus die Ursachen für die Brände nicht effektiv eindämmen. Denn gegen Fahrlässigkeit oder Unachtsamkeit lässt sich nicht immer etwas ausrichten. Deshalb ist Brandschutz im Krankenhaus zum Teil auch abwehrender Brandschutz mit Maßnahmen der Brandbekämpfung. Beide Bereiche gehen ineinander über. Im vorbeugenden Brandschutz werden unterschieden:

Baulicher Brandschutz

Bauart, Bauweise, die Auswahl der Baustoffe und viele andere Aspekte wirken auf die Brandgefahr ein. Krankenhäuser werden immer bereits unter Brandschutzgesichtspunkten gebaut. Das betrifft beispielsweise die Ausgestaltung von Fluchttüren und Fluchtwegen, Brandschutztüren und vielen anderen Punkten. Aufgrund des erhöhten Gefahrenpotenzials sind die Anforderungen an den baulichen Brandschutz bei Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hoch. Beispielsweise muss die Breite von Türen und Fluren, die eine Rettung und Flucht der Bewohner ermöglichen auf Krankenbetten zugeschnitten sein, weil sich viele Bewohner nicht selbstständig fortbewegen können. Barrierefreie Möglichkeiten, das Gebäude zu verlassen, müssen vorhanden sein. Bereits bei der Bauplanung ist der Brandschutz im Krankenhaus eine anspruchsvolle Aufgabe.

Brandschutztür im Krankenhaus

Bild eines KEVOX-Kunden im Einsatz - Brandschutztür im Krankenhaus

Anlagentechnischer Brandschutz

Der technische oder anlagentechnische Brandschutz ist eines der Kernstücke beim Brandschutz im Krankenhaus. Hier sind die technischen Vorrichtungen wie Brandmeldeanlagen oder Notstromeinrichtungen wichtige Elemente. Der Information und der Informationsweiterleitung kommt beim Brandschutz im Krankenhaus eine besondere Bedeutung zu. Wenn es um die Evakuierung einer Vielzahl von hilfsbedürftigen Menschen geht, müssen Brände so früh wie möglich erkannt und gemeldet werden. Das Personal im Krankenhaus muss in der Lage sein, durch die entsprechenden technischen Vorrichtungen die konkrete Gefahr zu erkennen und die dafür vorgesehenen Handlungsanweisungen zielgerichtet sofort auszuführen.

Organisatorischer Brandschutz

Hand in Hand mit dem technischen Brandschutz geht im Krankenhaus die organisatorische Seite im Brandschutz. Fluchtwege, Evakuierungsmaßnahmen, die Weiterleitung von Informationen, Meldepflichten und Prioritäten müssen im Vorfeld klar definiert sein, um hilfsbedürftige Menschen zu retten. Viele von ihnen können sich allein nicht fortbewegen, was eine zusätzliche Hürde für das Personal im Krankenhaus darstellt.

Leiterprüfung mit KEVOXdokumentieren Leitern und Tritte prüfen

Bild eines KEVOX-Kunden im Einsatz - Leiterprüfung im Krankenhaus

Lesen Sie die Fallstudie: Digitale Dokumentation im Krankenhaus – Sicherheit smart erhöhen

Das Krankenhaus nutzt die digitale Dokumentation, um alle Gebäude der Unternehmensgruppe hinsichtlich des Arbeitsschutzes, der Arbeitssicherheit und des Brandschutzes zu betreuen.

Ökologischer Brandschutz

Die Gefahr, die von Feuer ausgeht, realisiert sich nicht überwiegend durch den Brand an sich. Es ist vor allem die Rauchentwicklung, die immer wieder Menschenleben kostet. Hier spielen die verbauten Baumaterialien eine besonders wichtige Rolle. Deshalb gewinnt der ökologische Aspekt im Brandschutz eine immer größere Bedeutung. In besonders gefährdeten Einrichtungen wie Betreuungseinrichtungen für Kranke, Alte und Behinderte sollte von Anfang an darauf geachtet werden, dass unter anderem emissionsarme Baustoffe eingesetzt werden.

Was zeichnet den Brandschutz in Krankenhäusern besonders aus?

Zwei Faktoren sind für den Brandschutz im Krankenhaus besonders wichtig:

  • Es besteht ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, weil sich hilfsbedürftige Menschen in der Einrichtung befinden, bei denen teilweise auch die Brandgefahr über Fahrlässigkeit, Unachtsamkeit oder Mutwilligkeit erhöht ist.
  • Die schnelle und organisierte Evakuierung auch bewegungsunfähiger Menschen ist die wichtigste Komponente der Rettungsmaßnahmen. Zeitnahe Evakuierung schützt auch die Gesundheit des Personals, das mit der Rettung der hilfsbedürftigen Menschen befasst ist.

Daneben spielt eine Rolle, dass die Schadenshöhe aufgrund der hochwertigen technischen Geräte in Krankenhäusern bei den Sachschäden extrem hohe Werte erreichen kann. Gefahren sind hier auch gegeben, weil eventuell Strahlen austreten und kontaminiertes sowie infektiöses Material in die Umwelt gelangen kann. Der Brandschutz im Krankenhaus muss diesen Gefahrenpunkten insgesamt gerecht werden. Hier kommt dem organisatorischen Aspekt im Brandschutz eine besondere Bedeutung zu.

Wartung und Instandhaltung stehen ebenfalls im Fokus, wenn es um Brandschutz im Krankenhaus geht. Nach Herstellerangaben müssen die technischen Anlagen in regelmäßigen Wartungszyklen überprüft und kontrolliert werden. Die Ergebnisse müssen dokumentiert werden.

Feuerlöscherprüfung im Krankenhaus

Bild eines KEVOX-Kunden im Einsatz - Feuerlöscherprüfung im Krankenhaus

Je nach Gefahrenpotenzial müssen die Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen erneut geschult werden. Neue Mitarbeiter müssen in die Brandschutzkonzepte des Hauses eingewiesen werden. Regelmäßiges Training für den Notfall muss ebenfalls durchgeführt werden. Wie oft Training und Schulungen vorzusehen sind, richtet sich nach den individuellen Umständen in dem jeweiligen Betrieb. Halbjährliche und jährliche Zyklen sind typisch.

Die Brandschutzbegehung ist in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Zunächst steht sie am Anfang bei der Inbetriebnahme des Krankenhauses, um das Risikopotenzial individuell einzuschätzen. Ändert sich etwas an der Konzeption des Hauses, an den technischen Vorrichtungen, werden Um- oder Ausbauten durchgeführt, dann sind das immer wieder Anlässe für eine erneute Brandschutzbegehung. Die Begehung wird zum Teil unter Beteiligung eines Brandschutzbeauftragten der Bauordnungsbehörde durchgeführt. Ansonsten führen die Begehung der Brandschutzverantwortliche im Haus unter Beteiligung der Einrichtungsleitung durch.

Was sind wesentliche Bestandteile des Brandschutzes im Krankenhaus?

Unter anderem kommt der Brandschutz im Krankenhaus nicht ohne ein Brandschutzkonzept, ein Brandschutzregister und einen Notfalleinsatzplan aus. Ebenso ist es notwendig, eine individuelle Gefährdungsbeurteilung für jede Einrichtung zu machen. Das Gefahrenpotenzial kann sich von Haus zu Haus unterscheiden. In Einrichtungen, in denen beispielsweise Strahlen zur Diagnose und Behandlung in großem Umfang eingesetzt werden, kann sich ein gesteigertes Risiko ergeben. Ebenso wird in eine Gefährdungsbeurteilung einfließen, wenn sich, wie in orthopädischen Abteilungen, besonders viele Menschen im Krankenhaus befinden, die in der Bewegung beschränkt oder bewegungsunfähig sind.

Die Schulung der Mitarbeiter in Brandschutzfragen steht ebenso im Vordergrund. Werden Krankenhäuser gebaut oder saniert, ist bereits bei der baulichen Gestaltung der Brandschutz ein besonderes Thema. Es versteht sich von selbst, dass beim Brandschutz im Krankenhaus auch Wartung und Instandhaltung von Brandschutzanlagen nicht vernachlässigt werden dürfen. Sämtliche technischen Einrichtungen im Brandschutz müssen jederzeit einsatzbereit sein.

Das Brandschutzkonzept und das Brandschutzregister

Im Brandschutzkonzept werden die Ergebnisse von Risikoanalysen und Gefährdungsbeurteilungen dokumentiert. Darauf gründet sich die gesamte Brandschutzorganisation der Einrichtung. Ebenso die bauliche Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen und die technische Ausstattung im Brandschutz. Damit umfasst das Brandschutzkonzept konkret die im Krankenhaus erforderlichen Schutzziele in Relation zum speziellen Brandrisiko und der potenziellen Schadenshöhe.

Das Brandschutzregister dokumentiert sämtliche Brandschutzanlagen und Vorrichtungen des Krankenhauses.

Der Notfalleinsatzplan

Hier werden die jeweiligen Aufgaben der Krankenhausmitarbeiter für den Brandfall beschrieben und definiert. Es werden auch Verfahrensweisen und Routinen dokumentiert, die im Brandfall gelten. Sicherheitsdaten und Notfallkontakte gehören ebenfalls in den Notfalleinsatzplan. Ein Schwerpunkt im Notfalleinsatzplan liegt bei der Definition der Evakuierungsmaßnahmen.

Verantwortlichkeiten und Haftung beim Brandschutz im Krankenhaus

Übergeordnet haftet der Eigentümer, Einrichtungsleiter, Betreiber oder Facility Manager der Einrichtung. Er kann nicht sämtliche Brandschutzmaßnahmen in Persona definieren und durchführen. Er wird diese Aufgaben delegieren, dabei bleiben aber eine Restverantwortung für die Auswahl weiterer Personen und eine Kontrollfunktion bei ihm. Eine weitere wichtige Funktion hat an übergeordneter Position der Brandschutzverantwortliche im Krankenhaus. Dieser verfügt über eine entsprechende Kompetenz und Ausbildung, um diesen Aufgaben nachzukommen. Verantwortlichkeiten auf niederer Ebene treffen alle Mitarbeiter des Krankenhauses. Der Brandschutz im Krankenhaus ist auch versicherungsrechtlich eine komplexe Angelegenheit. Deshalb kommt der Dokumentation im Brandschutz eine gesteigerte Bedeutung zu. Einzelne Beteiligte können sich nur entlasten, wenn sie später darlegen können, dass sie von ihrer Seite her alles getan haben, was zu ihrem Aufgabenbereich und Pflichtenfeld gehörte. Mit Blick auf mögliche Personenschäden und Sachschäden in Millionenhöhe im Brandfall ist das Haftungsrisiko im Krankenhaus erheblich erhöht.

Feuerlöscherprüfung im Krankenhaus

Bild eines KEVOX-Kunden im Einsatz - Feuerlöscherprüfung

Brandschutz im Krankenhaus und die Dokumentation

Der Gesetzgeber stellt erhöhte Anforderungen an den Brandschutz im Krankenhaus. Das gilt auch für die Dokumentation. Eine mangelhafte oder fehlerhafte Dokumentation erhöht das Haftungsrisiko aller Beteiligten nochmals. Allerdings ist eine fehlende Dokumentation auch im akuten Brandfall sehr gefährlich. Dokumente wie Notfalleinsatzplan und Brandschutzregister müssen jederzeit im Zugriff sein. Die Folgen sind kaum auszudenken, wenn beim Ausbruch von Feuer diese Dokumente nicht greifbar sind.

Der organisatorische Aufwand bei der Dokumentation ist deshalb hoch. Ebenso muss die Dokumentation ständig aktualisiert werden. Anlass für eine Aktualisierung ist beispielsweise die erfolgte regelmäßige oder außerplanmäßige Wartung von Brandschutzanlagen. Ebenso müssen Veränderungen im Brandschutzregister, Notfalleinsatzplan und Brandschutzkonzept zeitnah in die Dokumentation aufgenommen werden. Nicht nur aus Beweisgründen muss die Dokumentation selbst vor Vernichtung durch Feuer oder andere Umwelteinflüsse geschützt sein. Auch die Schulungen und Trainings für das Personal sollten umfassend dokumentiert werden, um sich vor Haftung schützen zu können.

Gesetzlich wird vorausgesetzt, dass die Verantwortlichen die Dokumentation so organisieren, dass sie den Anforderungen entspricht. Ein Format im eigentlichen Sinne wird nicht vorgeschrieben. Die digitale Dokumentation ist der analogen in Papierform beim Brandschutz im Krankenhaus überlegen.

Vorteile der digitalen Dokumentation für den Brandschutz im Krankenhaus

Digitale Dokumentationsformate lösen die analogen zunehmend ab. Zu überzeugend sind die Vorteile einer hochwertigen Dokumentationssoftware beim Brandschutz im Krankenhaus. Typische Vorzüge sind zum Beispiel:

  • Man kann von verschiedenen Stellen offline und online auf alle Dokumente zugreifen, sie sind vor Vernichtung durch Abspeicherung in einer Cloud geschützt.
  • Digital ist es einfach, die Dokumente zu sortieren und nach verschiedenen Suchkriterien sofort zu identifizieren.
  • Ergänzende Planunterlagen und weitere Dokumente lassen sich den maßgeblichen Teilen der Dokumentation besonders leicht hinzufügen.
  • Aktualisierungen können schnell und komplikationslos der gesamten Dokumentation angehängt werden.
  • Alarm- und Erinnerungsfunktionen erleichtern die Einhaltung von Wartungs-, Instandhaltung und Schulungsterminen.
  • Berichte lassen sich über Checklisten und Musterformulare besonders leicht erstellen, ausdrucken und verteilen.

Fazit: Brandschutzmanagement im Krankenhaus als Herausforderung

Von vielen Seiten betrachtet ist der Brandschutz im Krankenhaus ein besonders komplexer Prozess. Er befindet sich in ständiger Anpassungen und Aktualisierung. Insbesondere bei Umbauten oder Sanierungen können sich die Anforderungen von gesetzlicher Seite an den baulichen Brandschutz und die Anlagentechnik bereits wieder geändert haben. Ebenso muss der Brandschutz ständig erneut auf neu entstandene Gefahrenpotenziale oder Schwächen im Brandschutzkonzept geprüft werden. Die Haftungsrisiken sind bei Feuer im Krankenhaus besonders hoch. Besser bewältigen lässt sich Brandschutz im Krankenhaus mit einer hochwertigen digitalen Dokumentationssoftware, beispielsweise von KEVOX.

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