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Brandklassen verstehen und Löschmittel richtig einsetzen

Ein Brand bricht in einem Technikraum aus. Schwarzer Rauch zieht durch die Lüftung in andere Gebäudeteile und die Anspannung bei den Mitarbeitenden steigt. Der Ersthelfer greift instinktiv zum nächstgelegenen Feuerlöscher – doch das verwendete Löschmittel reagiert mit dem brennenden Stoff und verschlimmert die Situation. Der Schaden: massiv. Die Ursache? Ein Löschfehler, basierend auf Unkenntnis der Brandklasse.

Verfasst von: Tanja Hagelganz

Veröffentlicht: 18/08/2025

Aktualisiert: 25/08/2025

Solche Szenarien sind keine Theorie, sondern leider Realität. Auch in professionell geführten Betrieben kommt es immer wieder zu kritischen Situationen. Um Brände effektiv zu bekämpfen, ist eine korrekte Einschätzung und Klassifizierung des Brandes entscheidend. Denn nicht jeder Brand ist gleich und nicht jedes Löschmittel wirkt bei jedem Feuer. Hier kommen sie ins Spiel: die Brandklassen.

Was sind Brandklassen? 

Brandklassen bezeichnen die Einteilung von Bränden nach Art des brennbaren Stoffes. Sie bilden die Grundlage dafür, das geeignete Löschmittel auszuwählen und eine sichere sowie wirksame Brandbekämpfung zu ermöglichen. Die Einteilung ist in der Norm DIN EN 2 festgelegt und unterscheidet fünf Brandklassen A, B, C, D und F.

Einteilung der Brandklassen nach DIN EN 2 – Was ist die DIN EN 2?

Die DIN EN 2 ist eine europäische Norm, die die Klassifikation von Bränden standardisiert. Sie sorgt für eine einheitliche Klassifikation und legt fest, wie Brände in Brandklassen kategorisiert werden.

Warum ist die Einteilung der Brandklassen so wichtig?

Da sich ein Brand durch den Einsatz des falschen Löschmittels schnell verschlimmern kann – etwa durch chemische Reaktionen oder gefährliche Stichflammen. Die fünf Brandklassen stehen für verschiedene Arten von Materialien und erfordern daher unterschiedliche Löschverfahren und -mittel. Darüber hinaus ist es entscheidend, die passenden Feuerlöscher nicht nur auszuwählen, sondern auch korrekt zu platzieren. Sie stellen somit ein wesentliches Element einer strukturierten und rechtssicheren Brandschutzplanung dar.

Wie unterscheiden sich die Brandklassen?

Die Brandklassen unterscheiden sich anhand der Art der brennbaren Stoffe: von festen Materialien über flüssige und gasförmige Substanzen bis hin zu Metallen und Speisefetten.

Brandklasse A: umfasst feste, meist organische Stoffe wie Holz, Papier, Karton, Textilien, Gummi sowie nicht schmelzende Kunststoffe, die beim Verbrennen Glut bilden.

Brandklassen B: bezieht sich auf flüssige und flüssig werdende Stoffe wie Benzin, Alkohol, Wachs, Farben, Lacke und Kunststoffe, die brennbare Dämpfe entwickeln.

Brandklasse C: betrifft Brände von Gasen wie Methan, Propan, Butan, Wasserstoff oder Erdgas, die meist unter Druck gespeichert und in Verbindung mit Luft hoch entzündlich sind.

Brandklasse D: umfasst brennbare Metalle wie Aluminium, Magnesium, Natrium und Lithium, die ab Temperaturen von etwa 650°C reagieren und Hitze von über 1000 °C entwickeln können.

Brandklasse F: steht für Brände von Speisefetten und -ölen wie Sonnenblumenöl oder Frittierfett, die vor allem in Küchen auftreten.

Gibt es keine Brandklasse E?

Die frühere Brandklasse E, für elektrische Anlagen, wurde offiziell abgeschafft. Elektrische Brände werden heute abhängig vom beteiligten Material einer anderen Brandklasse zugeordnet. Dabei ist zusätzlich die Spannung der elektrischen Anlage zu berücksichtigen.

Wie erkenne ich Brandklassen auf Feuerlöschern?

Brandklassen sind auf jedem Feuerlöscher durch standardisierte Piktogramme und Buchstaben (A, B, C, D, F) gekennzeichnet. Diese Symbole zeigen an, für welche Brandarten der Löscher zugelassen ist. Beispielsweise steht ein Quadrat mit einem brennenden Papierstapel für Brandklasse A. Beim Kauf und der Platzierung von Feuerlöschern ist darauf zu achten, dass die jeweiligen Brandklassen zum Umfeld passen, etwa Fettbrandlöscher in Küchen oder Metallbrandlöscher in Werkstätten.

Mehr zu den verschiedenen Feuerlöscherarten, ihrer Wartung und der korrekten Dokumentation finden Sie in unserem Beitrag: Feuerlöscher: Arten, Wartung & korrekte Dokumentation

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Was ist der Unterschied zwischen Brandklassen und Brandschutzklassen?

Obwohl die Begriffe ähnlich klingen, beschreiben sie völlig verschiedene Sachverhalte. Brandklassen geben an, welche Stoffe brennen und welches Löschmittel geeignet ist. Sie dienen als Orientierung im Brandfall, um schnell und richtig zu reagieren. Brandschutzklassen klassifizieren die Brennbarkeit und das Brandverhalten von Materialien, hinsichtlich Zündbarkeit, Flammenausbreitung und möglicher Brandlast.

Welche Rolle spielen Brandklassen in der Brandschutzplanung?

Brandklassen sind ein zentraler Baustein in der professionellen Brandschutzplanung. Sie bestimmen, welche Löschmittel eingesetzt werden, wo Feuerlöscher platziert werden, welche Fluchtwege freizuhalten sind und wie Mitarbeitende geschult werden sollten. Wer im Brandschutz plant, dokumentiert oder prüft, benötigt einen klaren Überblick über mögliche Brandquellen.

Gerade bei Brandklassen, bei denen Fehler teuer und lebensgefährlich sein können, sind digitale Systeme unverzichtbar. Viele Unternehmen setzen deshalb auf digitale Lösungen wie KEVOX, um Abläufe klar zu strukturieren und sicherzustellen, dass alle Maßnahmen regelmäßig geprüft, dokumentiert und nachvollziehbar archiviert werden.

Mit KEVOX gelingt das nicht nur einfacher, sondern auch rechtssicherer und effizient. So stellen Sie sicher, dass im Ernstfall nicht nur das richtige Löschmittel bereitsteht, sondern auch alle Maßnahmen dokumentiert, überprüft und rechtssicher nachgewiesen werden können.

Autor

Tanja Hagelganz

Seit mehr als einem Jahrzehnt widmet sich Tanja Hagelganz mit Leidenschaft der digitalen Dokumentation in den Bereichen Brandschutz, Arbeitssicherheit und Facility Management – eine Mission, die sie mit Innovation und Fachwissen vorantreibt.

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