BIM: Building Information Modeling – Interview mit Dr. Peter Hofmann (Video)

BIM - Building Information Modeling - Interview mit Dr. Peter Hofmann

Dr. Peter Hofmann, Brandschutzsachverständiger und Brandschutzingenieur Master of Engineering, stand KEVOX-Mitarbeiterin Tanja Hagelganz Rede und Antwort zum Thema BIM (Building Information Modeling). Nachfolgend haben wir das oben stehende Video für Sie zusammengefasst.

Sehen Sie jetzt das Interview mit Dr. Peter Hofmann zum Thema BIM im Video.

Was ist BIM?

BIM (Building Information Modeling) ist keine Software, sondern eine durchgängige digitale Methode, die während der Planung, der Bauphase sowie der Nutzung eines Gebäudes angewendet wird. Sämtliche Informationen, die bei der Fachplanung entstehen, werden in ein digitales Gebäudemodell integriert, das wiederum mit einer großen Datenbank verbunden ist. Während der einzelnen Bauausführungen werden alle Details, die später für die Nutzung des Gebäudes wichtig sind, zum Beispiel die Wartung und Instandhaltung, ebenfalls in der Datenbank hinterlegt. Auf diese Weise liegen sämtliche Informationen digital vor, die dem Facility Management für die Nutzung des Gebäudes stets zur Verfügung stehen. Es muss jedoch beachtet werden, dass sämtliche Informationen bei der Planung bereits eingegeben werden müssen, bevor mit dem Bau des Gebäudes angefangen werden kann. In der Realität ist es oft der Fall, dass beispielsweise die Baugenehmigung vorliegt, im Laufe der Detailplanung jedoch festgestellt wird, dass zahlreiche Informationen noch fehlen. Dies hat zur Folge, dass Umnutzungen und Umplanungen notwendig werden. Wird BIM konstant und konsequent genutzt, entfällt die unnötige Mehrarbeit.

Hätten mit BIM Fehler und Mängel im Brandschutz, die im Rahmen zahlreicher Großprojekte negativ aufgefallen sind, verhindert werden können?

Grundsätzlich können mithilfe von BIM Fehler und Mängel im Brandschutz von vorneherein verhindert werden. Bedingung ist jedoch, dass das Thema Brandschutz zum richtigen Zeitpunkt im Building Information Modeling integriert wird, damit solche Mängel erst gar nicht entstehen. Im Stufenplan der Bundesregierung sowie in zahlreichen Leitfäden, Richtlinien und Empfehlungen ist der Brandschutz – wenn überhaupt – nur im Bereich Fachplanungen aufgelistet. Mit derartigen Formularen können Mängel, die im Brandschutz überall entstehen, Stichwort Berliner Flughafen, nicht verhindert werden. Demensprechend muss der Brandschutz von Anfang beachtet werden.

Wann muss der Brandschutz im Building Information Modeling integriert werden?

Sobald der Architekt den Vorentwurf erstellt und mit dem Bauherrn abgestimmt hat, ob jener seiner Ziele darin wiedererkennt, müssen der Tragwerksplaner sowie der Brandschützer ihre Informationen in BIM einarbeiten. Auf diese Weise sind die nachfolgenden Fachplaner direkt darüber informiert, welche Aspekte sie zu berücksichtigen haben. So können größere Kollisionen und Planungsstopps verhindert werden. Es ist also äußerst wichtig, dass vorab alle Informationen in BIM integriert werden, damit alle Beteiligten im Bilde sind, welche Arbeiten anfallen werden.

Welche Bedeutung hat der Brandschutz in BIM allgemein sowie für die Planung?

Aufgrund von Zulassungen sowie Prüfungsverfahren sind zahlreiche Bauteile, Einrichtungen sowie Anlagen, die mit dem Brandschutz zusammenhängen, sehr teuer. Diese sollten nur dort eingebaut oder eingeplant werden, wo sie notwendig sind. Wird dieser Aspekt aber zu spät oder gar nicht berücksichtigt, sind umfangreichere, meist teurere Umplanungen und Umrüstungen notwendig. In den Medien herrscht jedoch oft der Glauben vor, dass der Brandschutz an sich alles verteuert. In Wahrheit sind es jedoch die ungeplanten Umrüstungen, die den Preis steigern.

Welche Zukunftsperspektiven bestehen für den Brandschutz durch BIM?

Bei einer konsequenten Berücksichtigung des Brandschutzes, die bisher aber nur mangelhaft erfolgt ist, können viele Schnittstellen im Vorfeld geplant, in der Bauausführung kontrolliert, geprüft und dokumentiert werden. Auf diese Weise werden erhebliche Zeitverzögerungen und Baukostenerhöhungen vermieden. Zeitgleich steigt die Qualität des Gebäudes erheblich.

Welche Regelungen bestehen bisher für den Brandschutz im Building Information Modeling?

Im Stufenplan der Bundesregierung sowie in Empfehlungen und Richtlinien wird das Thema Brandschutz nur gering behandelt. Die bisherigen Mängel können hierdurch nicht verhindert werden, diese werden stattdessen nur digital manifestiert. Es kann digital zurückverfolgt werden, wer etwas vergessen oder nicht das Erforderliche getan hat.

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