Genau hier setzt die Maßnahme „INF.1.M32 Brandschott-Kataster” aus dem IT-Grundschutz an. Doch was bedeutet INF.1.M32 konkret, wie unterscheidet es sich vom allgemeinen Schottkataster und welche Anforderungen müssen erfüllt werden?
Was bedeutet INF.1.M32 Brandschott Kataster?
INF.1.M32 Brandschott-Kataster ist eine Maßnahme aus dem Baustein INF.1 „Allgemeines Gebäude“ des IT-Grundschutz-Verzeichnis des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Sie verlangt, dass in Gebäuden, in denen Informationen verarbeitet oder IT-Infrastruktur betrieben wird, ein vollständiges und nachvollziehbares gepflegtes Brandschott-Kataster geführt wird. Ziel ist, sicherzustellen, dass alle Durchführungen durch brandabschnittsbildende Wände und Decken korrekt verschlossen, wirksam und auditierbar dokumentiert sind.
INF.1 steht für den Baustein „Allgemeines Gebäude” aus dem Themenfeld „Infrastruktur (INF)” des IT-Grundschutzes.
INF.1 M32 steht für eine konkrete Einzelmaßnahme innerhalb dieses Bausteins. Diese befasst sich speziell mit der systematischen Führung eines Brandschott-Katasters.
Was unterscheidet das INF.1.M32-Brandschott-Kataster vom allgemeinen Schottkataster?
Ein Schottkataster beschreibt die allgemein erforderliche baurechtliche und betriebliche Dokumentation von Brandschotts in einem Gebäude. Hier werden Lage, System, Zulassung und Zustand aller Schotts zentral erfasst. Wenn Sie mehr über das allgemeine Schottkataster erfahren möchten, lesen Sie dazu den Blogbeitrag Brandschutz mit System: Schottkataster erklärt
INF.1.M32 ist hingegen eine spezifische Maßnahme des IT-Grundschutzes. Sie legt verbindliche Mindestanforderungen an Inhalt, Struktur und Pflege eines solchen Katasters fest und macht es damit ausdrücklich prüf- und auditrelevant.

Was muss nach INF.1.M32 im Brandschott-Kataster geführt werden?
Gemäß INF.1.M32 muss ein Brandschottkataster alle Schottarten, wie beispielsweise Kabelschotts, Rohrleitungsschotts und Kombischotts, erfassen. Ausgenommen werden können nur solche Schotts, deren Versagen nachweislich keinen Einfluss auf den IT-Betrieb hat. Jedes Schott erhält eine eindeutige Kennung, die gut lesbar angebracht ist.
Zusätzlich sind mindestens folgende Informationen zu dokumentieren: Einbauort, Hersteller, Produktbezeichnung, gültige bauaufsichtliche Zulassung (AbZ/AbP), Einbaudatum, ausführende Firma sowie aktuelle Fotos. Im Kataster ist auch der Nachweis über eine mindestens jährliche Sichtkontrolle zu führen.
Was gilt bei Bestands-Schotts nach INF.1.M32?
Für neu eingebaute oder veränderte Schotts fordert INF.1.M32 eine lückenlose Fotodokumentation aller relevanten Einbau- oder Umbauschritte, die Angabe des Umbaugrundes und den Zulassungsnachweis der verwendeten Materialien. Die Einträge sind innerhalb von vier Wochen nach Abschluss der Arbeiten zu aktualisieren. Nach dem Umbau ist das alte Zertifikat als ungültig zu kennzeichnen, aber lesbar zu belassen.
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Warum ist die Dokumentationspflicht im IT-Grundschutz so wichtig?
Brandschotts trennen brandabschnittsbildende Bereiche voneinander und verhindern, dass Feuer oder Rauch unkontrolliert auf IT-Räume oder sicherheitsrelevante Infrastrukturen übergreifen. Fehlende Kennzeichnungen, unvollständige Nachweise oder unkontrollierte Nachinstallationen können diese Schutzfunktion beeinträchtigen. Für IT-Systeme, Rechenzentren oder kritische Infrastrukturen wäre dies ein unmittelbares Risiko für Verfügbarkeit und Sicherheit. Ein präzises Brandschott-Kataster schafft daher die notwendige Transparenz und ermöglicht es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, Risiken zu reduzieren und die Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachweislich zu erfüllen.
Digitale Dokumentationssysteme wie KEVOX helfen Ihnen dabei, eine revisionssichere und strukturierte Dokumentation zu erstellen. Prüfintervalle lassen sich nachvollziehbar hinterlegen und Protokolle für Audits stehen auf Knopfdruck bereit. Dadurch wird die Einhaltung von Vorgaben erleichtert und der gesamte Prozess der baulichen und organisatorischen Brandschutzdokumentation effizienter gestaltet.
Wer ist nach INF.1.M32 verantwortlich für das Brandschott-Kataster?
In der Regel trägt die Organisation bzw. der Arbeitgeber, der das Gebäude nutzt, die Verantwortung. Für die konkrete Umsetzung und Pflege werden jedoch häufig Personen mit besonderer Betreiberverantwortung wie Brandschutzbeauftragte, Mitarbeiter des Facility Managements oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit eingesetzt.

