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Brandschutz mit System: Schottkataster erklärt

Selten bleibt ein Brand auf den Raum begrenzt, in dem er entstanden ist. Rauch und Flammen suchen sich ihren Weg durch die kleinsten Öffnungen, wie Kabelkanäle oder Rohrdurchführungen. Innerhalb von Minuten kann sich das Feuer unbemerkt in andere Gebäudebereiche ausbreiten. Doch oft weiß niemand genau, wo diese Durchführungen verlaufen oder wie sie abgeschottet sind.

Verfasst von: Tanja Hagelganz

Veröffentlicht: 17/11/2025

Aktualisiert: 18/11/2025

Fehlt der Überblick, entstehen gefährliche Sicherheitslücken und es drohen Haftungsrisiken. Genau hier setzt das Schottkataster an. Was ist das genau und warum ist es für Unternehmen unverzichtbar?

Was ist ein Schottkataster?

Ein Schottkataster ist eine Liste von Brandschutzabschottungen in einem Gebäude. Es dokumentiert, wo Leitungs-, Rohr- oder Kabeldurchführungen die Brandabschnitte durchqueren und wie diese feuerbeständig verschlossen sind. Dabei werden Angaben wie zum Beispiel die Lage, das Material sowie der Zustand angegeben.

Das Ziel besteht darin, eine lückenlose Nachvollziehbarkeit aller eingebauten Abschottungen zu gewährleisten – von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb. Mithilfe des Schottkatasters kann gegenüber Behörden, Prüfern und Versicherern nachgewiesen werden, dass der bauliche Brandschutz ordnungsgemäß umgesetzt, geprüft und instand gehalten wird.

Was wird in einem Schottkataster dokumentiert?

Ein vollständiges Schottkataster dokumentiert sämtliche Details zu brandschutztechnischen Abschottungen in einem Gebäude, um deren ordnungsgemäße Ausführung, Lage und Integrität nachweisen zu können.
Dazu gehören:

  • Exakte verortung jedes Schotts im Gebäudeplan
  • Eindeutige Kennzeichnung zur Identifizierung
  • Art der Abschottung (z.B. Kabel-, Rohr- oder Kombischott)
  • Verwendete Materialien und Systeme einschließlich Zulassung
  • Montage- und Herstellerinformationen zur fachgerechten Ausführung
  • Datum der Installation und verantwortliche Personen
  • Fotodokumentation der eingebauten Schotts
  • Prüf- und Waruntgsintervalle für Instandhaltung und Nachverfolgung

Die technischen Grundlagen und Prüfverfahren für Abschottungen sind in Normen wie der DIN 4102-9 oder der EN 1366-3 festgelegt. Die konkreten Anforderungen zur Ausführung, Kennzeichnung und Dokumentation ergeben sich aus den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (AbZ) bzw. den europäischen technischen Bewertungen (ETA), welche auch Nachweise wie Fotos, Produkt- und Zulassungsdaten verlangen.

Durch diese strukturierte Erfassung lassen sich alle Schotts jederzeit eindeutig zuordnen. Dies ist ein entscheidender Vorteil bei Umbauten, Sanierungen oder nachträglichen Installationen.

Warum ist ein Schottkataster wichtig?

Das Schottkataster ist ein wesentliches Dokumentations- und Planungsinstrument im baulichen Brandschutz. Es gewährleistet Rechtssicherheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit, da Betreiber die fachgerechte Installation und Prüfung von Abschottungen jederzeit belegen müssen. Mithilfe eines Schottkataster lässt sich gegenüber Behörden, Prüfern und Versicherern nachweisen, dass Durchführungen feuerbeständig verschlossen und zugelassen sind. Fehlt diese Dokumentation, drohen Haftungsrisiken, Bußgelder oder der Verlust des Versicherungsschutzes.

Zudem unterstützt das Kataster bei Umbauten oder Nachinstallationen. Es zeigt, welche Systeme wo verbaut sind, welche Materialien verwendet wurden und wo Wartungsbedarf besteht. So bleiben Brandschutzziele dauerhaft erfüllt und Nachrüstungen können sicher und effizient durchgeführt werden.

Hinweis: Gemäß der Landesbauordnung (LBO) müssen Abschottungen für Leitungen in feuerwiderstandsfähigen Bauteilen dokumentiert werden.

Wann muss ein Schottkataster geführt werden?

Ein Schottkataster muss geführt werden, wenn ein Gebäude über brandschutztechnische Abschottungen verfügt oder wenn feuerwiderstandsfähige Bauteile wie Wände und Decken durch Installationen wie Kabel, Rohrleitungen oder Lüftungskanäle durchbrochen werden und anschließend brandschutztechnisch abgeschottet werden müssen. Das Schottkataster dokumentiert, wo diese Abschottungen liegen, welche Systeme verwendet wurden und in welchem Zustand sie sich befinden.

Dies ist insbesondere bei Neubau, Umbau, Nachinstallationen oder in Bereichen mit Brandabschnitten relevant. Nachträgliche Eingriffe, wie das Nachziehen von Kabeln oder das Verlegen von Leitungen, erfordern eine Aktualisierung des Katastereintrags.

Wer ist für das Schottkataster verantwortlich?

Grundsätzlich liegt die Verantwortung für das Schottkataster beim Betreiber oder Eigentümer des Gebäudes, also bei der Person oder Organisation, die die Verkehrssicherungs- und Betreiberpflicht trägt.

Während der Planungs- und Bauphase legen Architekten, Fachplaner und Brandschutzplaner im Brandschutzkonzept fest, wo Abschottungen notwendig sind und welche Systeme verwendet werden. In der Ausführungsphase sind Fachfirmen, wie beispielsweise Installateure oder Elektriker, dafür verantwortlich, die Abschottungen gemäß Zulassung korrekt einzubauen und zu dokumentieren.

Die Pflege und Aktualisierung des Schottkatasters obliegt im laufenden Betrieb dem Betreiber. Er kann diese Aufgabe an den Brandschutzbeauftragten oder externe Prüfdienstleister abgeben, bleibt aber rechtlich verantwortlich.

Wie wird ein Schottkataster erstellt und gepflegt?

In der Praxis wird das Schottkataster durch die Erfassung von Fotos vor Ort gepflegt. Die Schotts werden mit Etiketten oder QR-Codes eindeutig gekennzeichnet und digital hinterlegt. Diese Daten werden laufend aktualisiert, sobald neue Schotts hinzukommen oder Wartungen erfolgen.

Eine digitale Lösung wie KEVOX ermöglicht eine automatisierte und revisionssichere Dokumentation, da jeder Schott eindeutig identifiziert wird. Prüfungen, Wartungen und Mängel können direkt erfasst werden und die Verantwortlichkeiten sind jederzeit transparent einsehbar. So entsteht ein lebendiges, sicheres und pflegeleichtes System.

Wenn Sie mehr über Brandschott erfahren wollen und wie digitale Tools die Dokumentation von Schotts effizient und rechtssicher machen, lesen Sie dazu den Beitrag über: Brandschott Dokumentation in wenigen Schritten | KEVOX Blog

Checkliste: Ist Ihr Schottkataster wirklich vollständig?

Mit dieser kostenlosen Checkliste können Sie Ihr Schottkataster prüfen und aktuell halten.

    Was ist der Unterschied zwischen Schottkataster und Brandschutzkataster?

    Ein Schottkataster dokumentiert hauptsächlich die brandschutztechnischen Abschottungen, wie Leitungs- und Rohrdurchführungen, die feuerbeständig verschlossen werden, um die Ausbreitung von Rauch und Flammen zu verhindern.

    Das Brandschutzkataster ist der Oberbegriff für die Dokumentation aller relevanten Brandschutzmaßnahmen eines Gebäudes. Dazu zählen neben den Schotts auch Brandschutztüren, -klappen, -wände, -decken, Fluchtwege sowie weitere bauliche oder technische Brandschutzmaßnahmen. Das Schottkataster ist demnach ein Teil des Brandschutzkatasters.

    Autor

    Tanja Hagelganz

    Seit mehr als einem Jahrzehnt widmet sich Tanja Hagelganz mit Leidenschaft der digitalen Dokumentation in den Bereichen Brandschutz, Arbeitssicherheit und Facility Management – eine Mission, die sie mit Innovation und Fachwissen vorantreibt.

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