Leitern und Tritte können ein besonderes Gefahrenpotenzial im betrieblichen Umfeld entfalten. Das spezielle Risikopotenzial folgt aus dem erhöhten Stand. Hier besteht Absturzgefahr. Deshalb verpflichtet der Gesetzgeber den Arbeitgeber zu einer regelmäßigen Leiterprüfung. Die Verantwortlichkeit beginnt dabei für Sie schon vor Bereitstellung dieser Arbeitsmittel. Sie müssen im Rahmen einer individuellen Gefährdungsbeurteilung bewerten, ob nicht andere, weniger gefährliche Arbeitsmittel den gleichen Zweck erfüllen wie Leitern und Tritte. Hier können etwa Arbeitsbühnen oder Gerüste eine sicherere Alternative sein. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Aspekte rund um die Prüfung von Leitern und Tritten wichtig sind. Dabei geht es auch um die Dokumentation der Leiterprüfung.

Arbeitgeberpflichten bei der Bereitstellung von Leitern und Tritten

Stellen Sie als Arbeitgeber Leitern und Tritte als Arbeitsmittel zur Verfügung, müssen Sie jederzeit die Sicherheit der nutzenden Mitarbeiter gewährleisten. Das beginnt bei einer individuellen Gefährdungsbewertung über die Eignung dieser Arbeitsmittel für den jeweiligen Arbeitszweck. Die Verantwortlichkeiten setzen sich fort bei der sorgfältigen Auswahl von Leitern und Tritten. Ebenso bei der Zurverfügungstellung von weiterem Zubehör, das die Sicherheit der Benutzung erhöht. Arbeitnehmer, die mit Leitern und Tritten im Unternehmen arbeiten, müssen unterwiesen werden. Außerdem muss in regelmäßigen Abständen eine Leiterprüfung stattfinden.

Welche Arten von Leitern und Tritten werden unterschieden?

Nach Bauart, Größe und Einsatzort werden sehr viele Leitertypen unterschieden. Unter anderem gibt es

  • Rollleitern.
  • Stehleitern.
  • Schiebeleitern.
  • Podestleitern.
  • Seilleitern.
  • Mehrzweckleitern.
  • Hänge- und Mastleitern.

Bei den Tritten geht es unter anderen um

  • Leitertritte.
  • Hockertritte.
  • Tritthocker.
  • Rolltritte.
  • tonnenförmige Tritte.

Typische Zubehörteile für Tritte und Leitern können sein

  • Einhängevorrichtungen.
  • Aufsetzvorrichtungen.
  • Gurte und Traversen.
  • spezielle Leiterfüße.
  • Handläufe.

Leitern können aus Holz, Stahl, Aluminium oder Kunststoff hergestellt sein. Bei der Materialwahl ist die Arbeitsaufgabe zu beachten. Der Arbeitszweck ist auch entscheidend dafür, wie viele Aufstiege an einem bestimmten Arbeitsort zur Verfügung stehen müssen.

Bereits aus dieser Aufstellung wird deutlich, dass schon die Auswahl der richtigen Leiter/des richtigen Trittes eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit ist. Der Arbeitgeber verantwortet die passende Auswahl. Er kann zwar hier an fachkundige Personen delegieren, behält aber die übergeordnete Verantwortung in diesem Bereich.

Prüfung von Leitern und Tritten
Leiterprüfung

Auswahlkriterien für Leitern und Tritte

Leitern und Tritte unterscheiden sich nach Bauart, Größe, Zubehör und Werkstoff. Die Auswahl richtet sich nach

  • der Arbeitsaufgabe.
  • der Arbeitsweise.
  • möglichst idealen ergonomischen Bedingungen.
  • der Benutzungsdauer.
  • der zulässigen Traglast.
  • der Beschaffenheit des Bodens.

Es kann insbesondere einen Unterschied machen, ob ein Boden eben ist oder uneben. Auch ein besonders glatter Untergrund kann ein erhöhtes Gefahrenpotenzial aufweisen. Im ergonomischen Bereich ist beispielsweise zu berücksichtigen, ob man auf der Leiter über Kopf arbeiten muss. Neben den genannten Kriterien sind spezielle Gefahrenpotenziale zu beachten. Diese können sich beispielsweise ergeben aus

  • dem Aufstellungsplatz von Leitern und Tritten (intensiver innerbetrieblicher Verkehr).
  • einer Nähe zu Rohrleitungen, Behältern, elektrischen Anlagen oder explosiven Betriebsteilen.
  • einer Nachbarschaft zu Schächten, Kanälen, Maschinen und anderen Einrichtungen.
  • aus benachbarten Kran- und Förderanlagen.
  • aufgrund von Absturzkanten.

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Welche gesetzlichen Grundlagen gelten für die Prüfung von Leitern und Tritten?

Ihrer Definition nach sind Leitern und Tritte Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Deren Anforderungen für die Betriebssicherheit gelten auch für diese Arbeitsmittel. Außerdem thematisiert die DGUV Information 208-916 das Thema Leitern und Tritte. Hier geht es insbesondere auch um die Leiterprüfung. Allgemeine Regelungen finden sich zudem im Arbeitsschutzgesetz und für bestimmte Leitertypen in den berufsgenossenschaftlichen Vorschriften. Zum Beispiel BGI 637 zu Podestleitern. Weitere verschiedene DIN-Normen legen Prüfkriterien für spezifische Leitern und Tritte fest. Der Arbeitgeber bestimmt, wer in seinem Unternehmen Leitern prüfen darf. Er kann sich zwischen externen Dienstleistern und internen befähigten Mitarbeitern entscheiden.

Wie oft muss eine Leiterprüfung durchgeführt werden?

Die gesetzlichen Regeln sprechen von regelmäßigen Prüfungen. Einschlägig sind hier die §§ 3 und 14 BetrSichV. Wie oft eine Leiterprüfung notwendig ist, richtet sich nach jeweiligen Bedingungen im einzelnen Fall. Die Letztverantwortung für die Festlegung des zeitlichen Rahmens für die Leiterprüfung trägt der Arbeitgeber. Er kann diese Entscheidung an eine befähigte Person übertragen. Befähigte Personen können von außerhalb oder aus dem Unternehmen selbst stammen. Sie weisen ihre besondere Qualifizierung etwa durch die Teilnahme an einem Weiterbildungsseminar nach. Anbieter wie die DEKRA vergeben Zertifikate, die den Teilnehmer einer Weiterbildung als befähigte Person für die Prüfung von Leitern und Tritten ausweisen. Der Rhythmus bei der Prüfung richtet sich unter anderem

  • nach der Häufigkeit der Benutzung und der dadurch entstehenden Beanspruchung des Materials.
  • einem möglichen speziellen Gefahrenpotenzial nach Bauart.
  • der Schwere und Frequenz möglicherweise vorausgegangener Mängel.

Was umfasst die Prüfung von Leitern und Tritten?

Es handelt sich um eine Sicht- und Funktionsprüfung. Unter Umständen müssen nach den jeweiligen Bedingungen im Unternehmen eine Leiter oder ein Tritt täglich geprüft werden. Die Prüfung wird dokumentiert. Die gesetzlichen Regelungen schreiben keinen definitiven Prüfungsablauf vor. Es empfiehlt sich, nach einer Checkliste zu verfahren, um einen Prüfungsstandard im Unternehmen zu etablieren. Das erleichtert die weitere Dokumentation. Zur Prüfung gehören auch die Instandhaltung und der Austausch des Arbeitsmittels im Falle von Mängeln. Dabei kommt eine weitere besondere Verantwortung auf den Arbeitgeber zu. Er muss im Falle von Schäden und Mängeln an Leitern und Tritten unmittelbar dafür sorgen, dass diese der Benutzung entzogen sind, bis sie instandgesetzt oder ausgesondert worden sind. Auch nach einer Instandhaltung müssen Leitern und Tritte nochmals auf ihren ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden.

Spezielles Thema Unterweisung

Arbeitgeber müssen in ihrem Unternehmen das Gefahrenpotenzial beim Einsatz von Leitern und Tritten individuell bewerten (Gefährdungsanalyse) und daraus eine Handlungsanleitung entwickeln. Auf Grundlage dieser beiden Faktoren müssen die Arbeitnehmer unterwiesen werden. Die Unterweisung soll dabei mindestens einmal jährlich erfolgen. Nach besonderen Ereignissen wie beispielsweise nach einem Unfall oder beim Einsatz neuer Leitertypen kann die Unterweisung auch mehrmals im Jahr notwendig sein. Bei den Unterweisungen geht es um

  • Hinweise zur bestimmungsgemäßen Nutzung von Leitern und Tritten.
  • bauartspezifische Anleitungen.
  • Hinweise auf besondere Gefahrenpotenziale.
  • den ordnungsgemäßen Transport und das Verstauen von Leiteranlagen nach deren Nutzung.

Typischerweise sind unter anderem Leitern und Tritte nur mit maximal 150 kg zu belasten. Es sollten keine Lasten in die Höhe transportiert werden, die einen zusätzlichen Kraftdruck entwickeln. Vor jeder Nutzung müssen diese Arbeitsmittel auf sichtbare Schäden überprüft werden. Diese Prüfpflicht gilt zusätzlich zur Leiterprüfung.

Geprüfte Leitern

Die Dokumentation bei der Prüfung von Leitern und Tritten

Die regelmäßig wiederholten Prüfungen werden in einem Prüfbuch dokumentiert. Es enthält unter anderem Angaben zu den Prüfkriterien und zum Prüfergebnis in Form eines Protokolls. Auf dem jeweils aktuellen Protokoll wird auch gleichzeitig der nächste Prüftermin genannt. Die Prüfkriterien richten sich unter anderem nach der Bauart und dem Einsatz des jeweiligen Arbeitsmittels aus. Spezifische DIN-Norm für bestimmte Leitertypen geben weitere Hinweise.

Die fehlende oder fehlerhafte Prüfdokumentation

Mit der vollständigen Prüfdokumentation weist der Arbeitgeber nach, dass er seinen Pflichten bei der Prüfung von Leitern und Tritten nachgekommen ist. Deshalb muss die Dokumentation beweisfest sein. Sie ist die Grundlage seiner Haftungsentlastung, wenn es durch die Benutzung von Leitern und Tritten zu einem Schadensereignis gekommen ist. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall nachweisen können, dass er allen rechtlichen Anforderungen im Kontext der Nutzung von Leitern und Tritten nachgekommen ist. Dazu zählt unbedingt auch die regelmäßige Leiterprüfung. Ebenso muss er dokumentieren, dass er befähigte Personen zur Prüfung eingesetzt hat. Er kann seine Aufgaben in diesem Bereich delegieren, muss aber bei der Auswahl der Prüfpersonen die erforderliche Sorgfalt walten lassen. Außerdem muss er übergeordnet im Auge behalten, dass die Prüfung von Leitern und Tritten regelmäßig stattfindet.

Welche Kosten entstehen bei der Prüfung von Leitern und Tritten?

Wenn Sie die Prüfung mit internen Kräften durchführen, können Kosten für die Aus- und Weiterbildung der befähigten Personen entstehen. Die Kosten lassen sich hier nur schwer abschätzen. Wer beim Thema Prüfung von Leitern und Tritten völlig von vorn beginnt, kann Ausbildungsgebühren von einigen 1000 EUR auslösen. Sind externe Dienstleister beteiligt, werden diese nach der Dimension der Leiteranlagen und den regelmäßigen Zeitabschnitten für eine Prüfung einen Dienstleistungsvertrag mit Ihnen entwickeln. In jedem Fall sind die Kosten für die Prüfung von Leitern und Tritten immer geringer als mögliche Folgekosten, die entstehen können, wenn Sie persönlich für Versäumnisse in diesem Bereich haften müssen.

Die Vorteile einer digitalen Dokumentation

Mit einer modernen Dokumentationssoftware lassen sich die Prüfungsvorgänge beim Einsatz von Leitern und Tritten standardisieren. Über die Software steht eine Checkliste für jede Leiteranlage zur Verfügung. Die Prüfungsprotokolle sind standardisiert und werden sicher in der Cloud abgespeichert. Eine hochwertige Softwarelösung zur Dokumentation lässt sich offline und online einsetzen. So besteht auch vor Ort bei der Prüfung jederzeit Zugriff auf die notwendigen Dokumente. Ebenso können Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten am Arbeitsmittel dokumentiert werden. Hier können etwa interne Arbeitnehmer die Erledigung kleinerer Instandhaltungsarbeiten erfassen. Ebenso kann die Arbeit externer Dienstleister über Bestätigungsmitteilungen in der Software protokolliert werden. Sie befinden sich mit einer digitalen Lösung als haftender Arbeitgeber auf der sicheren Seite. Erinnerungsfunktionen weisen automatisch auf bevorstehende Prüfungsfolgetermine hin. Ebenso erfasst die Softwaredokumente und Bestätigungen über die erfolgten Unterweisungen im Betrieb. Befähigungsnachweise der beauftragten Prüfpersonen können ebenso gespeichert werden.

Die Prüfung von Leitern und Tritten - keine Bagatellprüfung

Selbst ein Absturz aus geringer Höhe kann zu schweren Verletzungen bei Menschen führen. Ebenso können umstürzende, ungesicherte Leiteranlagen große Schäden an Menschen und Gütern auslösen. Die Prüfung von Leitern und Tritten ist deshalb existenziell für die gesamten Sicherheitsanforderungen in einem Unternehmen. Aufgrund der Haftungsgefahren sollten Sie die Prüfungsanforderungen genauso kennen wie die regelmäßigen Anforderungen an eine Unterweisung Ihrer Arbeitnehmer. Besonders relevant ist eine umfassende Dokumentation aller Aktivitäten rund um die Prüfung von Leitern und Tritten. Hier sind Sie beispielsweise mit einer hochwertigen Dokumentationssoftware von KEVOX exzellent aufgestellt.

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